Dritte Gedenkfahrt für getöteten Radaktivisten Natenom und 441 Radfahrende, die im Jahr 2024 im Straßenverkehr starben: Forderung nach Vision Zero verstärkt
Hunderte Radfahrende erinnern am Samstag, den 31. Januar in Pforzheim mit einer Gedenkfahrt an den vor zwei Jahren von einem Autofahrer getöteten Radfahraktivisten Andreas Mandalka. Bundesweit bekannt unter seinem Pseudonym Natenom, setzte er sich vor allem in Pforzheim und Umgebung für die Sicherheit von Radfahrenden im Straßenverkehr ein. Ein breites Bündnis von Fahrradverbänden und Initiativen hat zu dieser Demonstration aufgerufen und erwartet Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland.
Bereits zum dritten Mal organisiert der Zweirat Stuttgart zusammen mit dem ADFC Stuttgart und dem ADFC Renningen am Samstag, den 31. Januar 2026 eine Zubringerdemonstation mit dem Fahrrad von Stuttgart nach Pforzheim. Die Demonstration startet um 7:20 Uhr am Bahnhof Stuttgart-Vaihingen. Von dort aus geht es weiter über Renningen und Weil der Stadt nach Pforzheim. Der Zweirat Stuttgart rechnet wie in den vergangenen beiden Jahren mit etwa 70 Teilnehmern.
Auch aus anderen Städten wie Frankfurt am Main, Darmstadt und Karlsruhe sind Zubringerdemonstrationen mit dem Fahrrad nach Pforzheim geplant. In Hamburg, Hannover und Berlin finden am gleichen Tag ebenfalls Gedenkfahrten statt.
Andreas Mandalka wurde am 30. Januar 2024 abends auf einer Landstraße in der Nähe von Pforzheim von einem damals 77-jährigen Autofahrer überfahren. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund des Gutachtens davon aus, dass der Autofahrer ungebremst und mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde den 43-jährigen von hinten gerammt hat. Gleichzeitig stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass Andreas Mandalka vorschriftsmäßig mit Licht unterwegs war und darüber hinaus einen Helm und eine Warnweste trug. Die traurige Realität der Verkehrsgewalt zeigt sich in den jüngsten Zahlen: Andreas Mandalka ist einer der 441 Radfahrer:innen, die im Jahr 2024 im Straßenverkehr in Deutschland getötet wurden. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Situation.
Zentrale Forderung der Demo-Teilnehmenden ist der bessere Schutz von Fahrradfahrenden und Fußgänger:innen im Straßenverkehr durch baulich getrennte Radwege, verstärkte Kontrollen von Überholabständen, eine konsequente Ahndung von Verkehrsverstößen sowie flächendeckende Tempolimits. Ziel der gesamten Verkehrspolitik muss die Vision Zero sein: keine Getöteten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr.
Die Gedenkveranstaltung startet am Samstag, 31. Januar 2026, um 11:00 Uhr vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim (Lindenstraße 3, direkt neben dem Hauptbahnhof Pforzheim). Dort findet eine Auftaktkundgebung mit mehreren Redebeiträgen unter anderem von Susanne Garreis, stellvertretende Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg und Ulrike Medger aus Dresden, statt.
Im Anschluss führt die Gedenkfahrt durch die Pforzheimer Innenstadt, wo am Leopoldplatz ein Bike-Down stattfinden wird, bei welchem die Teilnehmenden als mahnende Geste ihre Räder zum Gedenken an die getöteten Radfahrenden auf die Straße legen werden. Von hier aus geht es weiter über die L574 zum Unfallort zwischen Schellbronn und Neuhausen. An der Unfallstelle ist eine weitere Kundgebung geplant. Dort wird auch eine Grußbotschaft von Verkehrsminister Winfried Hermann verlesen.
Das Organisationsteam erwartet erneut eine ähnlich hohe Beteiligung wie im vergangenen Jahr, in dem rund 300 Teilnehmende gezählt wurden. Die Rückkehr zum Hauptbahnhof Pforzheim ist gegen 15 Uhr geplant. In den sozialen Medien wird unter den Hashtags #RIPNatenom, #natenom und #wirsindnatenom über die Veranstaltung berichtet.
Hinter dem Demoaufruf steht ein breites Bündnis, bestehend aus der Critical Mass Pforzheim, dem ADFC (Bundesverband und Landesverbände Baden-Württemberg und Hessen sowie Pforzheim-Enzkreis und Frankfurt am Main), dem Verkehrsclub Deutschland VCD, dem Verein OpenBikeSensor, der Kidical Mass Pforzheim, dem Zweirat Stuttgart, dem FUSS e.V. – Fachverband Fußverkehr sowie dem Verkehrswende-Verein Changing Cities.
Zubringerdemonstration des Zweirat Stuttgart:
https://zweirat-stuttgart.de/event/zubringer-zur-gedenkfahrt-fuer-natenom-2026/
Die Route kann unter dem folgenden Link eingesehen werden: https://www.komoot.com/de-de/tour/2605047668?ref=wtd
Für die Fotograf:innen werden wie auf der Karte abgebildet folgende Standorte für geeignete Fotoperspektiven vorgeschlagen: https://shorturl.at/KxquY
(Leopoldplatz, Anstieg Huchenfelder Straße nach dem Kupferhammer, Ortsausgang Huchenfeld Zug von hinten und von vorne, Unfallstelle mit Ghostbike)
Erstellt 22.1.2026


