Blog

  • Hermann: „Der Radentscheid hat Stuttgart zwar nach vorne gebracht. Aber man muss noch ziemlich viel machen, damit man die Ziele bis 2030 erreicht“.

    Bereits am 25. Januar 2026 veranstaltete der Zweirat Stuttgart eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Stand der Umsetzung des 2019 beschlossenen Radentscheids in Stuttgart.

    Die Teilnehmer waren:

    • Winfried Hermann (MdL), Verkehrsminister Baden-Württemberg (B90/Die Grünen)
    • Lucia Schanbacher, Stadträtin Stuttgart (SPD)
    • David Frerot, Radbeauftragter des Landkreises Böblingen
    • Prof. Dr. Jochen Eckart, Forschungsprojektes gÜ Rad, Baden-Württemberg Institut für nachhaltige Mobilität
    • MdB Luigi Pantisano, Sprecher der Fraktion Die Linke im Verkehrsausschuss des Bundestages und ehemaliger Stadtrat in Stuttgart

    Ziel der Veranstaltung war, Maßnahmen zu thematisieren, die eine schnellere Realisierung des Radentscheides ermöglichen und der Stadt Stuttgart damit Impulse für eine konsequentere Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses geben zu können.
    In dem bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungsraum des Kulturzentrums Merlin verfolgte das interessierte Publikum die konstruktive Diskussion, in der zahlreiche Schwachpunkte aufgedeckt und Lösungsansätze ermittelt werden konnten.
    Karsten Wirth stellte für den Zweirat den Umsetzungsstand des Gemeinderatsbeschlusses 1120/2018 dar. Laut Radverkehrsbericht 2025, der zwar im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik im Oktober vorgestellt, aber immer noch nicht final veröffentlicht ist, existieren zum September 2025 365 Kilometer Radverkehrsanlagen. Davon sind jedoch 149 Kilometer (41%) Gehwege, die für den Radverkehr freigegeben sind – also keine Radwege. Getrennte und damit konfliktfrei befahrbare Radwege machen lediglich 62 Kilometer (17% der Radverkehrsanlagen) in Stuttgart aus.

    Auch der Anteil der Radfahrenden am Modalsplit entwickle sich nicht so, dass eine Erreichung des Ziels von 25% bis 2030 realistisch scheint. Sieben Jahre ist der Beschluss her, fünf verbleiben noch bis 2030. Geld und Personal scheinen ausreichend vorhanden zu sein, es fehle eine Umsetzungsstrategie, so sein Fazit.

    Dem stimmte Verkehrsminister Hermann (MdL) zu. „Ich kann sagen, dass in den vergangenen fünf Jahren das Land die Radprojekte in vielen Städten gefördert hat. Stuttgart hätte mehr Fördermittel bekommen können, wenn man schneller von der Planung in die Realisierung gekommen wäre.“ Lucia Schanbacher, Stadträtin der SPD, stellte fest: „Was wir sehen, warum Geld nicht abgerufen wird, ist, dass man sich über Detailplanung Runde um Runde verzettelt, statt nach vorne zu gehen.“

    Probleme sieht Hermann auch an der politischen Spitze. „Wir haben hier in Stuttgart die schwierige Situation, dass drei Bürgermeister für den Radverkehr zuständig sind und nicht gut zusammenarbeiten. Der jetzige Oberbürgermeister fördert es zudem nicht, sondern bremst eher.“

    Aber auch in der Verwaltung sieht Hermann Verbesserungspotential: „Der Unterschied, wenn man z.B. nach Freiburg geht oder nach Heidelberg: Da sitzen im Tiefbauamt Leute, das sind selber begeisterte Radler. Den Eindruck habe ich in Stuttgart eher nicht.“

    Auch Stadträtin Schanbacher sieht Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit in der Verwaltung. „Was da tatsächlich […] häufig ein Problem ist, dass das eine Amt auch nicht mit dem anderen spricht. […] Die einen machen die Planung und dann kriegt es das andere Amt und sagt: ‚So kann ich es aber leider halt nicht bauen‘.“ Fazit: Man spricht nicht rechtzeitig miteinander. Außerdem fehlte lange Zeit der koordinierende Radverkehrsbeauftragte.

    Prof. Dr. Jochen Eckart gab in seinem hochinteressanten Impulsvortrag Hinweise aus der Wissenschaft zur Radverkehrsplanung. „Der Nutzen des Radfahrens ist deutlich höher [als] die Risiken. Gefährlich ist Nicht-Fahrradfahren, das ist gefährlich!“

    Radfahrende seien eine sehr heterogene Gruppe. Es gebe

    • die Gruppe der starken und furchtlosen Radfahrenden, die sich durch ihr gutes Fahrkönnen, eine hohe Stresstoleranz und intensive Nutzung des Rades auszeichnen. Typischerweise sind diese jung und männlich.
    • die begeisterten und souveränen Alltagsfahrenden, die zwar selbstbewusst und souverän, aber teilweise defensiv mit einem mittleren Sicherheitsbedürfnis und einer mittlere Stresstoleranz ihre Wege mit dem Rad zurücklegen und
    • die Gruppe der Interessierten, aber um Sicherheit Besorgten, die keine Alltagsmobilität mit dem Fahrrad zurücklegen, wenig souverän fahren und eine niedrige Stresstoleranz aufweisen. Zu der gehören viele Frauen und Senioren sowie Wiedereinsteiger.

    An letzter Gruppe müsse sich aber die Planung von Radinfrastruktur orientieren, um den Anteil der Radfahrenden zu steigern. Diese definiere die Anforderungen an die Radinfrastruktur: objektiv und subjektiv sicher, direkt, komfortabel, schnell, leistungsfähig, einfach/attraktiv und gleichberechtigt gegenüber anderen Verkehrsträgern. Wichtig seien die Details, damit die geplante Radinfrastruktur sicher sei und auch angenommen werde.

    „Am Ende wollen wir lebenswerte Städte. Und […] viele Radfahrer können dazu beitragen, Städte lebenswert zu machen. […] Aber es ist wichtig: Radverkehr ist nur ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck an sich.“

    David Frérot, Radbeauftragter des Landkreises Böblingen, ergänzte, das Fahrrad schone öffentliche Infrastruktur und Ressourcen am stärksten: „Das Fahrrad ist ein Vermögenserhaltungs-Verkehrsmittel.“

    Auch die immer wieder auftretenden Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit zwischen den Bundes- und Landesbehörden auf der einen und den Kommunen auf der anderen Seite wurden diskutiert. „Im Gemeinderat hatte ich den Eindruck, dass selbst die CDU-Stadträt*innen im Vergleich verstanden haben, worum es geht. […] Auf Bundesebene ist es so, wie wenn es noch nie angekommen wäre, dass wir eigentlich in der Klimakatastrophe leben, wo die Mobilitätswende ein entscheidender Punkt ist“, sagte Luigi Pantisano.

    Aber auch im Gemeinderat scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Auf die Frage, was die Radcommunity tun kann, um die Verkehrswende zu unterstützen, waren die Teilnehmer sich einig: „Schreibt euren Stadträtinnen und Stadträten und nervt sie mit Themen, die wichtig sind.“, sagte Luigi Pantisano. „Macht weiter Eure großartige Arbeit“ wie den Mapathon des ADFC „und seid sichtbar. […] Lasst uns gemeinsam an den Tisch setzen und auch kritische Themen miteinander besprechen.“ ergänzte Lucia Schanbacher.

    Diesem Aufruf folgend forderte ein Zuhörer die CDU Fraktion im Stadtrat auf, die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses 1120/2018 zu unterstützen. Wir stehen „jedoch nicht hinter dem Gemeinderatsgrundsatzbeschluss 1120/2018, Stuttgart einseitig zur „Fahrradstadt“ zu entwickeln.“ schreibt Christian Guter, Referent für Politik und Kommunikation der CDU-Gemeinderatsfraktion Stuttgart „im Namen unseres Fraktionsvorsitzenden Alexander Kotz“ in seiner Antwort, die dem Zweirat vorliegt.

    Zur Ausweitung von Tempo 30 an besonders verkehrsgefährdeten Stellen, die durch die jüngste StVO-Novelle vorgegeben wird, sagte Oberbürgermeister Nopper gegenüber der Stuttgarter Zeitung: „Tempo 30 vor Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen, Pflegeeinrichtungen und Fußgängerüberwegen anzuordnen, ist gut und richtig“. Würde die Änderung in der Straßenverkehrsordnung aber zur Folge haben, dass im Stadtgebiet fast flächendeckend Tempo 30 gilt, hält Nopper dies für den falschen Ansatz. „Ich hoffe und setze auf die Einsicht des Verkehrsministers und des Bundesgesetzgebers, die StVO-Novelle diesbezüglich nachzubessern.“

    Auch dieser Diskussion hat die Podiumsdiskussion bereits vorgegriffen. „Wenn wir generelles Tempo 30 in Städten hätten, würde Fahrradfahren sicherer werden“, sagte Winfried Hermann. „Flächendeckendes Tempo 30 ist derzeit nicht mehrheitsfähig.  Aber es gibt eine Erleichterung mit der StvO-Novelle, die Tempo-30-Regelungen leichter möglich macht, wo es Sinn ergibt.“

    Es ist also wichtig, auf die Anliegen der Radfahrenden aufmerksam zu machen. Dazu müsse jeder Radfahrende beitragen, indem er die Stadträte dazu auffordere, den Gemeinderatsbeschlusses 1120/2018 umzusetzen, so der abschließende Aufruf der Veranstaltung.

    Die Vorträge sowie ein Video des gesamten Vortrages ist auf der Homepage des Zweirats zu finden.

  • Podiumsdiskussion „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege?“

    Podiumsdiskussion „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege?“

    Engagiere Dich in einem der Vereine, Verbände oder Initativen rund um den Radverkehr. Eine Liste findest Du hier:
    https://criticalmassstuttgart.wordpress.com/radkultur/

    Schreibe an die Stadträte deiner Wahl

    • Schildere Deine persönlichen Erfahrungen als Radfahrende(r) in Stuttgart (gute wie schlechte)
    • Übe konstruktive Kritik, mache Verbesserungsvorschläge
    • Fordere die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses
      1120/2018 („Radentscheid“) bis 2030 ein

    Unsere Vorlage für Deine Email

    Sehr geehrte Frau / geehrter Herr _______,

    Anfang 2019 hat der Stuttgarter Gemeinderat den Zielbeschluss zum Radentscheid gefasst. Die Mitglieder des Gemeinderats reagierten damit auf den Wunsch von 35.249 Menschen, die mit ihrer Unterschrift die Stadt Stuttgart aufgefordert hatten, zeitnah eine sichere und gut befahrbare Radinfrastrukur zu schaffen.
    Seit dem Zielbeschluss sind fast sieben Jahre vergangen und es zeichnet sich ab, dass der Beschluss nicht in der Geschwindigkeit umgesetzt wird, die notwendig ist, um den Radanteil von 25% der zurückgelegten Wege im Jahr 2030 zu erreichen.

    Der Stuttgarter Gemeinderat machte damals mit dem Zielbeschluss einen mutigen Schritt auf dem Weg zu einer menschenfreundlichen und lebenswerten Stadt. Nun kommt es darauf an, dem Beschluss Taten folgen zu lassen.
    Ich bitte Sie deshalb: Setzen Sie sich dafür ein, dass dieser Beschluss von damals zügig umgesetzt wird und nicht nur eine gute Idee auf dem Papier bleibt.

    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Teilnehmer

    • Winfried Hermann (MdL), Verkehrsminister Baden-Württemberg (B90/Die Grünen)
    • Lucia Schanbacher, Stadträtin (SPD)
    • David Frérot, Radbeauftragter des Landkreises Böblingen
    • Prof. Dr. Jochen Eckart, Forschungsprojektes gÜ Rad, Baden-Württemberg Institut für nachhaltige Mobilität
    • Luigi Pantisano, MdB, Sprecher der Fraktion Die Linke im Verkehrsausschuss des Bundestages und ehemaliger Stadtrat

    Bildrechte: Zweirat Stuttgart

    Die ganz Diskussion als Re-Live auf Youtube

    📑 Kapitelübersicht
    00:00:00 – Intro & Begrüßung
    00:01:38Impulsvortrag Zweirat: Status Quo Radentscheid
    00:16:53 – Fragen an Winfried Hermann und Lucia Schanbacher
    00:44:55Impulsvortrag Prof. Dr. Jochen Eckart
    01:01:14 – Diskussionsrunde zur Zukunft des Radentscheids
    01:35:40 – Fragen aus dem Publikum
    01:55:13Abschluss-Statements
    02:04:21 – Geschenkübergabe
    02:08:48Call to Action

  • Fahrraddemo als Zubringer von Stuttgart nach Pforzheim am 31.01.2026

    Fahrraddemo als Zubringer von Stuttgart nach Pforzheim am 31.01.2026

    Dritte Gedenkfahrt für getöteten Radaktivisten Natenom und 441 Radfahrende, die im Jahr 2024 im Straßenverkehr starben: Forderung nach Vision Zero verstärkt

    Hunderte Radfahrende erinnern am Samstag, den 31. Januar in Pforzheim mit einer Gedenkfahrt an den vor zwei Jahren von einem Autofahrer getöteten Radfahraktivisten Andreas Mandalka. Bundesweit bekannt unter seinem Pseudonym Natenom, setzte er sich vor allem in Pforzheim und Umgebung für die Sicherheit von Radfahrenden im Straßenverkehr ein. Ein breites Bündnis von Fahrradverbänden und Initiativen hat zu dieser Demonstration aufgerufen und erwartet Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland.

    Bereits zum dritten Mal organisiert der Zweirat Stuttgart zusammen mit dem ADFC Stuttgart und dem ADFC Renningen am Samstag, den 31. Januar 2026 eine Zubringer­demonstation mit dem Fahrrad von Stuttgart nach Pforzheim. Die Demonstration startet um 7:20 Uhr am Bahnhof Stuttgart-Vaihingen. Von dort aus geht es weiter über Renningen und Weil der Stadt nach Pforzheim. Der Zweirat Stuttgart rechnet wie in den vergangenen beiden Jahren mit etwa 70 Teilnehmern.

    Auch aus anderen Städten wie Frankfurt am Main, Darmstadt und Karlsruhe sind Zubringerdemonstrationen mit dem Fahrrad nach Pforzheim geplant. In Hamburg, Hannover und Berlin finden am gleichen Tag ebenfalls Gedenkfahrten statt.

    Andreas Mandalka wurde am 30. Januar 2024 abends auf einer Landstraße in der Nähe von Pforzheim von einem damals 77-jährigen Autofahrer überfahren. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund des Gutachtens davon aus, dass der Autofahrer ungebremst und mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde den 43-jährigen von hinten gerammt hat. Gleichzeitig stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass Andreas Mandalka vorschriftsmäßig mit Licht unterwegs war und darüber hinaus einen Helm und eine Warnweste trug. Die traurige Realität der Verkehrsgewalt zeigt sich in den jüngsten Zahlen: Andreas Mandalka ist einer der 441 Radfahrer:innen, die im Jahr 2024 im Straßenverkehr in Deutschland getötet wurden. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Situation.

    Zentrale Forderung der Demo-Teilnehmenden ist der bessere Schutz von Fahrradfahrenden und Fußgänger:innen im Straßenverkehr durch baulich getrennte Radwege, verstärkte Kontrollen von Überholabständen, eine konsequente Ahndung von Verkehrsverstößen sowie flächendeckende Tempolimits. Ziel der gesamten Verkehrspolitik muss die Vision Zero sein: keine Getöteten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr.

    Die Gedenkveranstaltung startet am Samstag, 31. Januar 2026, um 11:00 Uhr vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim (Lindenstraße 3, direkt neben dem Hauptbahnhof Pforzheim). Dort findet eine Auftaktkundgebung mit mehreren Redebeiträgen unter anderem von Susanne Garreis, stellvertretende Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg und Ulrike Medger aus Dresden, statt.

    Im Anschluss führt die Gedenkfahrt durch die Pforzheimer Innenstadt, wo am Leopoldplatz ein Bike-Down stattfinden wird, bei welchem die Teilnehmenden als mahnende Geste ihre Räder zum Gedenken an die getöteten Radfahrenden auf die Straße legen werden. Von hier aus geht es weiter über die L574 zum Unfallort zwischen Schellbronn und Neuhausen. An der Unfallstelle ist eine weitere Kundgebung geplant. Dort wird auch eine Grußbotschaft von Verkehrsminister Winfried Hermann verlesen.

    Das Organisationsteam erwartet erneut eine ähnlich hohe Beteiligung wie im vergangenen Jahr, in dem rund 300 Teilnehmende gezählt wurden. Die Rückkehr zum Hauptbahnhof Pforzheim ist gegen 15 Uhr geplant. In den sozialen Medien wird unter den Hashtags #RIPNatenom, #natenom und #wirsindnatenom über die Veranstaltung berichtet.

    Hinter dem Demoaufruf steht ein breites Bündnis, bestehend aus der Critical Mass Pforzheim, dem ADFC (Bundesverband und Landesverbände Baden-Württemberg und Hessen sowie Pforzheim-Enzkreis und Frankfurt am Main), dem Verkehrsclub Deutschland VCD, dem Verein OpenBikeSensor, der Kidical Mass Pforzheim, dem Zweirat Stuttgart, dem FUSS e.V. – Fachverband Fußverkehr sowie dem Verkehrswende-Verein Changing Cities.

    Zubringerdemonstration des Zweirat Stuttgart:
    https://zweirat-stuttgart.de/event/zubringer-zur-gedenkfahrt-fuer-natenom-2026/

    Die Route kann unter dem folgenden Link eingesehen werden: https://www.komoot.com/de-de/tour/2605047668?ref=wtd

    Für die Fotograf:innen werden wie auf der Karte abgebildet folgende Standorte für geeignete Fotoperspektiven vorgeschlagen: https://shorturl.at/KxquY

    (Leopoldplatz, Anstieg Huchenfelder Straße nach dem Kupferhammer, Ortsausgang Huchenfeld Zug von hinten und von vorne, Unfallstelle mit Ghostbike)

    Erstellt 22.1.2026

  • Podiumsdiskussion „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege“ u.a. mit Herrn Winfried Hermann am 25.1.26, 15:30 Uhr im Kulturzentrum Merlin, Stuttgart

    Podiumsdiskussion „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege“ u.a. mit Herrn Winfried Hermann am 25.1.26, 15:30 Uhr im Kulturzentrum Merlin, Stuttgart

    Einladung und Bitte um Terminankündigung

    Der Zweirat Stuttgart veranstaltet am Sonntag, 25.01.2026 um 15:30 Uhr im Kulturzentrum Merlin Stuttgart (Augustenstraße 72) eine öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Motto „Radentscheid Stuttgart: Viele Worte, wenig Wege“ zu dem 2019 beschlossenen Radentscheid in Stuttgart.

    Hintergrund

    Im Dezember 2018 übergab die Initiative Radentscheid Stuttgart mehr als 35.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Fritz Kuhn und übertraf damit deutlich das erforderliche Quorum. Der Gemeinderat beschloss im Februar 2019, die Stadt auf Grundlage der elf Forderungen des Bürgerbegehrens zu einer „echten Fahrradstadt“ zu entwickeln. Bis 2030 sollen u.a. das Hauptradroutennetz ausgebaut sowie neue Radschnellwege und Fahrradstraßen realisiert werden und somit der Radverkehr auf 25% gesteigert werden.

    Die „echte Fahrradstadt“ auf dem Prüfstand

    Erste Maßnahmen wie neue Fahrradstraßen sowie Radfahrstreifen in der Böblinger Straße in Kaltental verbessern die Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs. Trotz dieser Fortschritte verläuft der Ausbau des Hauptradroutennetzes weiterhin zu langsam, um das Ziel bis 2030 zu erreichen.

    Folgende Diskussionsteilnehmer konnten wir für die Veranstaltung gewinnen:

    • Winfried Hermann, MdL,Verkehrsminister Baden-Württemberg (B90/Die Grünen)
    • Lucia Schanbacher, Stadträtin (SPD)
    • David Frérot, Radbeauftragter des Landkreises Böblingen
    • Prof. Dr. Jochen Eckart, Forschungsprojektes gÜ Rad, Baden-Württemberg Institut für nachhaltige Mobilität
    • Luigi Pantisano, MdB, Sprecher der Fraktion Die Linke im Verkehrsausschuss des Bundestages und ehemaliger Stadtrat

    In der Diskussionsrunde wollen wir Maßnahmen thematisieren, die eine schnellere Realisierung des Radentscheides ermöglichen und erhoffen uns, der Stadt Stuttgart damit Impulse für eine konsequentere Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses geben zu können. Gleichzeitig wollen wir die Radcommunity wieder auf ein übergeordnetes, großes Ziel vereinigen und somit stärken.

    Sollten Sie die Veranstaltung besuchen wollen, freuen wir uns über eine kurze Rückmeldung an presse(at)zweirat-stuttgart.de, damit wir einen Platz für Sie reservieren können.

    Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Zweirat Stuttgart

    zusätzliche Informationen unter:

    Erstellt 13.1.2026

  • Statistik zu Überholvorgänge von Radfahrenden im Schwabtunnel

    Statistik zu Überholvorgänge von Radfahrenden im Schwabtunnel

    Nach der Einführung von T30 und der Aufbringung von Piktogrammketten im Schwabtunnel stellen die Polizei und wir subjektiv auch ein leichte Verbesserung fest. Aber ist das wirklich so? Oder ist das mehr ein Effekt der anhaltenden Diskussion in den Medien?

    Deshalb bitte wir Euch, uns bei der Erstellung einer Statistik zu unterstützen. Jeder kann im Schwabtunnel kurz (20-30 Minuten) den Verkehr beobachten und uns dann die folgenden Daten zur Verfügung stellen.

    • Beobachtungszeitraum & -länge
    • Anzahl verbotener Überholvorgänge je Richtung
    • Anzahl Radfahrer je Richtung

    Damit lässt sich dann die relative Anzahl der Überholvorgänge bestimmen und im Zeitverlauf beobachten.

    Vielen Dank für Deine Mithilfe!

    –> Zum Eingabeformular hier klicken! <–

    Hier siehst Du die bereits eingegebenen Beobachtungen. Bitte beachte, dass die Tabelle sich nach Deiner Eingabe im Formular oben nicht automatisch aktualisiert, sondern von uns manuell in unregelmässigen Abständen neu geladen wird.

    Tag der BeobachtungBeginn der BeobachtungEnde der BeobachtungAnzahl der Radfahrenden von West nach SüdAnzahl der überholten Radfahrenden von West nach SüdAnzahl der Radfahrenden von Süd nach WestAnzahl der überholten Radfahrenden von Süd nach WestÖffentlicher Kommentar
    2025-10-2117:4518:4536Mit Videos dokumentiert
    2025-11-1514:1014:40100122Zusätzlich 1 Rad pro Richtung auf den Fußweg
    2025-11-1615:4016:0060102
    2025-11-1316:1517:15312325
    2025-11-1918:5019:10101113Eine Überholung davon sehr riskant.
    Zusätzlich je 2 Radfahrende pro Richtung auf den Fußweg.

    Das nachfolgende Video ist am 30. Oktober 2025 gegen 17:30 entstanden.

  • Gemeinsam zur Critical Mass

    Gemeinsam zur Critical Mass

    Wie auch schon zuletzt im Dezember 2023 bieten wir eine gemeinsame Fahrt von der U-Station Mineralbäder zur Critical Mass an den Feuersee an.

    Unsere Route auf der CM-Karte:
    https://umap.openstreetmap.de/de/map/critical-mass-stuttgart_109602

    Vollbildanzeige

  • Team #SucheSicherenRadweg belegt Platz 4 bei Stadtradeln Stuttgart 2025

    Team #SucheSicherenRadweg belegt Platz 4 bei Stadtradeln Stuttgart 2025

    In dem für das diesjährige Stadtradeln neu gegründeten Team #SucheSicherenRadweg meldeten sich 191 Radfahrende an, weitere 125 Mitglieder fuhren in Unterteams, darunter der ADFC Baden-Württemberg, der ADFC Stuttgart gemeinsam mit dem BUND Baden-Württemberg oder die a+r Architekten GmbH. Die insgesamt 316 Teammitglieder legten in den drei Wochen des Aktionszeitraums 77.193 km mit dem Rad zurück, damit belegt das Team #SucheSicherenRadweg Platz vier beim Stadtradeln 2025 Stuttgart.

    Auf Einladung der Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle hatte das Team #SucheSicherenRadweg darüber hinaus die Gelegenheit, am 12. Mai 2025 im Bezirksbeirat Stuttgart-Mitte den hohen Verbesserungs- und Ausbaubedarf bei der Radinfrastruktur in Stuttgart darzustellen. Die Präsentation stieß auf großes Interesse und hohe Resonanz bei allen Bezirksbeirät:innen. Der Bezirksbeirat Mitte fasste der Empfehlung von Zweirat Stuttgart und Kesselbambule folgend den einstimmigen Beschluss:

    „Der Bezirksbeirat fordert die Stadtverwaltung auf, noch in diesem Jahr konkrete und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen vorzulegen, mit denen die wesentlichen Ziele des Radentscheids bis 2030 erreicht werden können. Diese Maßnahmen sollen in enger Abstimmung mit fachkundigen Bürger:innen entwickelt werden.“

    In der Präsentation haben wir zwei Dinge besonders betont:

    1. Der Stand des Radwegebaus in Stuttgart, visualisiert mit Radinfra.de – dort sieht man den Unterschied z.B. zwischen Gehweg Rad frei und einem echten Radweg. Der Unterschied zwischen Stuttgart und München (Radentscheid ebenfalls in 2019) ist überdeutlich!
    2. Eine Auswertung der Unfallstellen mit Fahrradbeteiligung auf der HRR1, die mit Hilfe der Seite Fahrrad-unfallorte.de, die von ADFC Ortsgruppe Langenhagen auf Basis der Unfallstatistik 2017-2023 erstellt wurde (das Jahr 2024 wurde dort inzwischen auch eingearbeitet).

    Auch die Fraktion Linke/SÖS Plus des Stuttgarter Gemeinderats stellt in ihrem Antrag vom 22.05.2025 unter anderem die Frage, in welchem Jahr das Hauptradroutennetz in Stuttgart fertiggestellt und wann der Radverkehrsanteil in Stuttgart bei 25 Prozent liegen wird. In ihrem Antrag fordert die Fraktion die Verwaltungsspitze auf, ein Maßnahmenpaket vorzulegen, in dem dargestellt wird, wie die Ziele des Radentscheids aus dem Jahr 2019 fristgerecht umgesetzt werden.

    Denn sollte das bisherige Tempo beibehalten werden, würden die selbst gesteckten Ziele „erst im Jahr 2153 erreicht werden“
    Quelle: Stz

    Dem Gemeinderat sollen die hierfür notwendigen Finanzmittel und Personalstellen rechtzeitig vor den Beratungen zum Doppelhaushalt 2026/27 im zuständigen Ausschuss präsentiert werden.

    Du findest das gut? Dann mach mit!
    Schließ dich uns an, bring deine Ideen ein oder teile diese Ziele mit anderen. Gemeinsam bringen wir den Radverkehr in Stuttgart richtig ins Rollen!

  • Fußgänger- und Fahrraddemonstration „Sicher durch den Schwabtunnel“

    Fußgänger- und Fahrraddemonstration „Sicher durch den Schwabtunnel“


    Das Stadtradeln Stuttgart 2025 ist beendet – das Team #SucheSicherenRadweg bleibt weiterhin aktiv 

    #SucheSicherenRadweg – so heißt das erfolgreiche Stadtradeln-Team mit insgesamt 316 Mitgliedern, das Platz 4 beim Stadtradeln belegt hat.

    An vielen Stellen sind dieses Jahr erfreuliche Fortschritte beim Ausbau der Radinfrastrukturzu erkennen: In Bad Cannstatt wurde zwischen Mercedesstraße und Wilhelmsplatz eine Umweltspur für den Bus- und Radverkehr eingerichtet, die Eisenbahn- und Bahnhofstraße wurden zur Fahrradstraße umgewidmet.In den Pfingstferien begannen die Bauarbeiten für einen Radweg in Richtung Fernsehturm. 

    Trotzdem werden Zufußgehende und Radfahrende aufgrund fehlender Infrastruktur durch anhaltende Verkehrsverstöße von Autofahrenden weiterhin in Gefahr gebracht wie beispielsweise im Schwabtunnel. Schülerinnen und Schüler umliegender Schulen berichten, dass sie auf dem Fahrrad von Autofahrenden genötigt und bedrängt werden. Manch besorgte Eltern verbieten ihren Kindern, den Schwabtunnel mit dem Fahrrad zu benutzen. Auch Berichte von Alltagspendelnden bestätigen dieses Bild. Zwischenzeitlich wurde der Fußweg für Fahrradfahrende freigegeben, weil die Anzahl der Überholverstöße von Autofahrenden trotz des bestehenden Überholverbots und Kontrollen durch die Polizei eklatant hoch bleibt. Ein wiederkehrendes Muster in Stuttgart: Verwaltung und Polizei kapitulieren vor aggressiven Autofahrenden. Fahrradfahrende sollen sich auf dem schmalen Fußweg an den Zufußgehenden vorbeidrängen, um sicher durch den Schwabtunnel zu kommen. Das ist sowohl für Zufußgehende als auch für Radfahrende unzumutbar.

    Der Bezirksbeirat West hat die Verwaltung beauftragt zu prüfen,ob eine Umweltspur im Schwabtunnel eingerichtet werden kann. Teile des Bezirksbeirats Süd konnten sich zu einem entsprechenden Prüfauftrag nicht durchringen – sie stellen die Bequemlichkeit der Autofahrenden über das Wohl und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmenden.

    Die Verwaltung wird höchstwahrscheinlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Schwabtunnel folgende Maßnahmen umsetzen:

    • Anordnung Tempo 30
    • Piktogrammketten auf den Fahrbahnen

    Der Bezirksbeirat Süd hat darüber hinaus die Durchsetzung des Überholverbotes und die Einrichtung von Rad(schutz)streifen für die Zufahrten zum Schwabtunnel eingefordert. Dies alles wird eine erste leichte Verbesserung der Verkehrssicherheit bringen. Aber es löst nicht das Grundproblem, dass sich viele Autofahrende nicht an die Verkehrsregeln halten und stattdessen das Recht des Stärkeren durchsetzen. Daher gibt es nur eine dauerhafte Lösung: Die Einrichtung der Umweltspur.

    Ein Bündnis aus ADFC KV Stuttgart, VCD KV Stuttgart, Naturfreunde Radgruppe Stuttgart, Kidical Mass Stuttgart, Fuss e.V. Ortsgruppe Stuttgart, BUND KV Stuttgart, Greenpeace KV Stuttgart, Kesselbambule und ZWEIRAT fordert die zügige Umsetzung der Umweltspur im Schwabtunnel,
    Unterstrichen wird dies mit einer Demonstration am Freitag, 04.07.2025. Start ist 17 Uhr am Merlin, Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart.

  • Demonstration für ein fahrradfreundliches Vaihingen am kommenden Samstag 28.06.2025, 14:00 Uhr Rathausplatz Vaihingen

    Demonstration für ein fahrradfreundliches Vaihingen am kommenden Samstag 28.06.2025, 14:00 Uhr Rathausplatz Vaihingen

    Das Stadtradeln Stuttgart 2025 ist beendet – das Team #SucheSicherenRadweg bleibt weiterhin aktiv

    #SucheSicherenRadweg – so heißt das erfolgreiche Stadtradeln-Team mit insgesamt 316 Mitgliedern, das Platz 4 beim Stadtradeln belegt hat.
    An vielen Stellen sind dieses Jahr erfreuliche Fortschritte beim Ausbau der Radinfrastrukturzu erkennen: In Bad Cannstatt wurde zwischen Mercedesstraße und Wilhelmsplatz eine Umweltspur für den Bus- und Radverkehr eingerichtet, die Eisenbahn- und Bahnhofstraße wurden zur Fahrradstraße umgewidmet.In den Pfingstferien begannen die Bauarbeiten für einen Radweg in Richtung Fernsehturm. Gerade hat der Bezirksbeirat West die Verwaltung beauftragt zu prüfen,ob eine Umweltspur im Schwabtunnel eingerichtet werden kann.

    Trotzdem geht auch nach dem Stadtradeln die Suche nach sicherer Radinfrastruktur in Stuttgart weiter. Aktuell beispielsweise entlang der Hauptradroute 1 in Stuttgart-Vaihingen: die Stadtverwaltung hat eine Vorzugsvariante für die Waldburgstraße bereits zwei Mal im Bezirksbeirat Vaihingen vorgestellt. Mit einem Radfahrstreifen bergauf und Fahrrad-Piktogrammen bergab, soll diese Variante dem fließenden Fahrrad-, Bus- und KFZ-Verkehr Vorrang vor dem ruhenden Verkehr einräumen. Bisher konnte sich der Bezirksbeirat Vaihingen nicht auf diese Variante verständigen, sondern hat in einem interfraktionellen Antrag Prüfanträge an die Verwaltung der Stadt Stuttgart gestellt. Stuttgart muss den Ausbau der Radwege dringend beschleunigen, will es die mit dem Radentscheid selbst gesteckten Ziele bis 2030 noch erreichen.
    Ein Bündnis aus ADFC KV Stuttgart, VCD KV Stuttgart, Naturfreunde Radgruppe Stuttgart und ZWEIRAT fordert die zügige Umsetzung der Hauptradroute 1 in der Waldburgstraße und eine Verbesserung der Situation in der Krehlstraße für den Radverkehr, um so dem Ziel eines fahrradfreundlichen Vaihinger Zentrums näher zu kommen.
    Unterstrichen wird dies mit einer Demonstration am Samstag, 28.06.2025. Start ist 14 Uhr auf dem Rathausplatz in Vaihingen.