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  • München: Polizei will Falschparker stärker kontrollieren

    Nach vielen Protesten, u.a. unter dem Hashtag #runtervomRadweg, hat die Münchner Polizei inzwischen reagiert. Sie plant jetzt, etwas häufiger die gemeldeten Falschparker zu kontrollieren und Falschparker-Hotspots zu überwachen.

    Negativ am Artikel ist anzumerken, dass Radfahrer*innen recht unseriös „Strampler“ genannt werden und dieses Fehlverhalten als „dreist“ bagatellisiert wird.

    Stuttgart hingegen rief im Herbst 2018 eine erneute Kampagne aus, die lediglich an das Unrechtsbewusstsein der Falschparker*innen appelliert, genannt #StuttgartParktFair. Wohl wissend, dass sie das zwei Jahre zuvor schon mal machten und scheinbar keinen Erfolg damit hatten. Privatanzeigen verfolgt die Stadt Stuttgart nur in sehr speziellen Sonderfällen, wurde uns zugetragen.

  • Wien: Pilotprojekt von Auto-freien Schulstraßen

    Im Wiener 2. Bezirk ist im Herbst 2018 ein Projekt gestartet, bei dem die Zufahrt zu einer Schule jeden Morgen zwischen 07:45 und 08:15 gesperrt wird. Das wird einhellig vom Elternverband begrüßt. Das ganze Pilotprojekt sollte acht Wochen dauern und danach auf seine Wirkungen untersucht werden.

    In diesem Artikel (oder auch diesem) kann man auch lesen, dass es bereits seit mehr als 20 Jahren eine solche Auto-freie Schulstraße in Bozen gibt. Dort hat sich die Anzahl der auf dem Schulweg verletzten Kinder seitdem mehr als halbiert.

    In Stuttgart ist im Dezember 2017 ein zweijähriges Mädchen in der Nähe einer Schule von einem Auto getötet worden, und bis heute ist weder dort noch an einer anderen Schule oder KiTa in Stuttgart etwas für die Sicherheit der Kinder gemacht worden.

  • Toronto: Untersuchung vom Rechts-Abbiegen

    Die Universität von Toronto hat eine Untersuchung gestartet, nachdem dort im ersten Halbjahr 2018 leider 21 Menschen im dichten Stadtverkehr von rechts-abbiegenden Autos überfahren wurden. Sie haben die Augenbewegungen beim Autofahren beobachtet und dabei festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer*innen beim Rechts-Abbiegen überhaupt nicht auf Fußgänger*innen oder Radfahrer*innen achtet.

    Bei der Studie (englisch, auch bei heise wurde berichtet) ist auch heraus gekommen, dass bei einer zugeparkten Kreuzung noch weniger auf die schwachen Verkehrsteilnehmer*innen geachtet wird und dass Leute, die den Großstadtverkehr gewohnt sind, sogar weniger achtsam sind.
    Das Fazit ist, dass es zwingend eine Infrastruktur benötigt, die solche Fehler gar nicht aufkommen lässt.

  • Memphis: wöchentliche Radtouren durch die Stadt

    In Memphis hat eine Gruppe engagierter Bürger eine regelmäßige Radtour durch die verschiedenen Teile der Stadt organisiert. Es sind alle eingeladen und daher sind u.a. auch Kleinkinder dabei. Die Ziele der Ausfahrten sind das gegenseitige Kennenlernen und den Menschen beizubringen, dass körperliche Bewegung – besonders eben Radfahren – Spaß macht. Falls jemand Bekannte in der Gegend hat, diese Gruppe hat auch eine eigene Seite.

    Im Artikel wird auch darauf eingegangen, dass unter anderem durch dieses Engagement die städtische Infrastruktur für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen verbessert wurde.

    Als Stuttgarter*in schaut man verwundert in die USA, weil es dort offensichtlich problemlos möglich ist, ganz ohne Anmeldung in einer Gruppe Fahrrad zu fahren, ohne von der Polizei gestoppt zu werden.

  • Toronto: Fahrrad-Abstellmöglichkeiten per App melden

    Die Stadt Toronto arbeitet mit digitalen Bürgerinitiativen zusammen. Das Ziel ist, eine App zu entwickeln, mit der die Bürger*innen Stellen melden können, an denen es zu wenige Fahrrad-Abstellmöglichkeiten gibt, oder wo kaputte Abstellanlagen sind oder durch vermutliche Fahrradleichen blockiert sind. Sie heißt BikeSpace und dazu gehört auch eine eigene Webseite.

    In der Pressemitteilung der Stadt ist auch zu lesen, dass diese App hohe Datenschutz-Grundsätze hat, es werden keine persönlichen Daten erhoben oder gespeichert und die Zusammenarbeit mit den „tech talents“ wird ausdrücklich gelobt.

  • Utrecht: Geschwindigkeits-Empfehlung vor Ampel

    In der niederländischen Stadt Utrecht gibt es eine gefährliche Kreuzung. Um sie zu entschärfen, wurde davor eine Säule angebracht, die mit Radar-Technologie Radfahrer*innen erkennt und deren Geschwindigkeit misst. Anhand der Geschwindigkeit und der Zeit, bis die Ampel wieder grün schaltet, wird ein Symbol angezeigt, um den/die Radfahrer*in zu verleiten langsamer oder schneller zu fahren. Das System nennt sich Flo und ist der Nachfolger einer im Boden eingelassenen LED-Lichterkette.

    In dem Artikel kann man lesen, dass dieses System für die Radfahrer*innen durchaus motivierend ist (neudeutsch: Gamification) und es die lästigen Stopps deutlich reduziert, bei denen man den ganzen selbst gewonnenen Schwung wieder verliert. Andere Städte in den Niederlanden (Eindhoven und Antwerpen) planen ebenfalls, dieses System zu testen.

  • Auckland: Untersuchung, was Behinderungen von Fußgänger*innen kostet

    In der neuseeländischen Stadt Auckland hat man sich darauf besonnen, dass der Fußverkehr nicht als Behinderung des Autoverkehrs angesehen werden darf. Fußgänger*innen sind dort, wie in allen Stadtzentren der Welt, die wichtigste Art der Fortbewegung. Schließlich beginnt und endet jede Form der Mobilität mit einem Stück per pedes. In Auckland wurden nun die Maßstäbe an den Fußverkehr angesetzt, der sonst bei Baumaßnahmen von KFZ-Straßen angesetzt wird. Somit konnte man an Zahlen kommen, die dessen Wichtigkeit unterstreichen.

    In der Nachricht kann man lesen, dass im Stadtzentrum Aucklands täglich eine halbe Millionen Wege zu Fuß unternommen werden und dass es bis zu 11,7Mio NZ$ kostet, wenn man alleine in einer Straße (in dem Fall die Queen Street) diese Wege behindert.

    Stuttgarts Zentrum wird von einem Autobahn-ähnlichen Ring umschlossen, den man zu Fuß nur an wenigen Stellen und mit langer Wartezeit an Bettel-Ampeln überwinden kann.

  • Tokio: kein Auto ohne Parkplatz

    In der Metropole Tokio kann man nur dann ein neues Auto zulassen, wenn man nachweisen kann, dass man auch einen Parkplatz dafür hat. Dies wird dadurch unterstützt, dass dort auch radikal abgeschleppt wird.

    Selbst in dem Artikel von 2013 wurde schon davon gesprochen, dass ein Parkplatz dort rund 400€ pro Monat kosten kann.

    Die Stadt Stuttgart lässt sich hingegen von Falschparker*innen jedoch auf der Nase herumtanzen und startet eine wirkungslose Kampagne, um dies Thema ins Bewusstsein zu kriegen, nach der nächsten.

  • Calgary: neue Brücke ohne KFZ-Verkehr

    In der viertgrößten kanadischen Stadt, Calgary, am Fuß der Rocky Mountains, wurde eine neue Brücke über den Bow River gebaut. Diese sollte von Anfang an für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen vorbehalten und etwas „Schönes“ sein. Da aufgrund dieser Brücke, die Peace Bridge genannt wurde, das Aufkommen von Radfahrer*innen stark angestiegen ist, wurde im Downtown-Bereich noch ein temporäres Netz von geschützten Radstreifen angelegt. Weil sich die Anzahl der Radfahrer*innen sofort nach deren Eröffnung vervierfachte, sind diese inzwischen auch fest installiert.

    Im (englischen) Artikel wird auch herausgestellt, dass alleine mit dieser Brücke das erste Mal ein Bewusstsein für Architektur und auch für die Belange von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen hergestellt wurde. Es gibt jetzt schon drei weitere Brücken in Calgary, obwohl – wie so oft bei solchen Projekten – anfangs viele Kritikpunkte eingebracht wurden, von denen sich jedoch keiner bestätigte.

  • Pfaffenhofen a.d. Ilm: kostenfreier Nahverkehr

    In der bayrischen Kleinstadt Pfaffenhofen a.d. Ilm wird der öffentliche Nahverkehr kostenfrei. Das wird auf jeden Fall bis zur Ausschreibung der neuen Konzession 2020 so sein. Möglich wurde es durch das Eingeständnis der CSU, dass ihre Blockade-Haltung bei diesem Thema einfach falsch war. Es gab bereits einen Test-Betrieb während der Gartenschau im Sommer und dabei wurde der ÖPNV 20% mehr genutzt.

    Im Artikel der lokalen Zeitung kann man auch lesen, dass die Kosten für diese Maßnahme teilweise durch die Parkbewirtschaftung des Bahnhof-Parkplatzes getragen werden und dass das Liniennetz sogar noch ausgebaut wird und die Busse jetzt noch häufiger fahren.

    Als Stuttgarter*in hat man noch im Hinterkopf, welche unglaubliche Anstrengung es für die lokale Politik war, die zwei winzigen VVS-Zonen in der Stadtmitte zusammen zu legen, um den ÖPNV etwas attraktiver zu machen.