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  • Istanbul: Stadtverwaltung bekommt Dienstfahrräder

    Der Bürgermeister des Istanbuler Stadtteils Zeytinburnu hat alle Dienstwagen seiner Mitarbeiter gestrichen und sie vor die Wahl gestellt, zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Das hat anfangs noch für Verwunderung gesorgt, inzwischen sind viele der Mitarbeiter vom „Konzept Fahrrad“ jedoch überzeugt und wollen gar nicht zum Statussymbol „möglichst großes Auto“ zurück. Sie haben eingesehen, dass es in der verstopften Stadt einfach schneller ist und dazu noch gesund und klimaschonend. Der Bürgermeister geht auch mit gutem Beispiel voran und führt jeden Sonntag eine Radtour mit 200-300 Menschen durch den Stadtteil an.

    In den Artikeln bei DLF, HR und NDR kann man lesen, dass die Stadt dafür auch 500 Fahrräder angeschafft hat und für den ein oder die andere Mitarbeiter*in erst noch einen Fahrradkurs anbieten musste.

  • London: wieso Tempo 30 Zonen erfolgreich sind

    Ein Vergleich mit Londons Tempo 30 Zonen (bzw. 20 mph) im Vergleich zu den bestehenden Zonen in New York zeigt, dass es Unterschiede gibt. Es reicht nicht einfach nur aus, ein Schild und einen „stillen Polizisten“ (speed humps) aufzubauen, wie es in New York aktuell üblich ist, sondern man sollte noch weitere Maßnahmen einrichten, damit die Zone mit reduzierter Geschwindigkeit auch erfolgreich wird und effektiv Verkehrsunfälle verhindert. London hat dazu noch weitere bauliche Maßnahmen ergriffen, wie erhobene Gehwege und Kreuzungen, Gehweg-Verbreiterungen, Fußgänger-Inseln, Verkehrsinseln, kleine Kreisverkehre und weiteres.

    In New York hat man nun von London gelernt und will die Straßen dort auch mit diesen Maßnahmen sicherer machen, schreibt das Streetsblog.

  • Darmstadt: Parkhaus für Fahrräder

    In Darmstadt wird aktuell ein 11,80m hohes Parkhaus für Fahrräder errichtet, ein weiteres dieser Art ist bereits geplant. Es wird Platz für über 200 Fahrräder geben, insgesamt sind über 300 sichere Stellplätze für hochwertige Fahrräder in der Stadt geplant.

    Der Artikel befasst sich auch mit dem Punkt, dass dafür zwar 14 KFZ-Stellplätze wegfallen werden, es für dieses Parkhaus allerdings keinen besseren Alternativ-Ort gibt.

  • Esslingen: Masterplan für saubere Luft

    In Esslingen, einer Stadt im Stuttgarter Speckgürtel, wollen der Oberbürgermeister und die regierenden Politiker*innen Fahrverbote unter allen Umständen vermeiden. Dazu wurde in der Stadt ein sog. „Green City Plan“ erstellt, der verschiedene Maßnahmen enthält. Zwei von drei Bussen des Verkehrsbetriebs sollen Elektrobusse werden und der ÖPNV soll auch auf eigenen Spuren und Schleusen unterwegs sein können. Obligatorisch ist natürlich die Stärkung des Radverkehrs.

    Im Artikel steht jedoch auch, dass dafür noch Geld gesucht wird und man hofft auf Gelder vom Bund.

    Interessant aus Stuttgarter Sicht, wo man sich von Seiten der Politik offensichtlich mit Fahrverboten zufrieden gibt.

  • Salt Lake City: Umsatzerhöhung nach Erstellung von Radwegen

    In der US-amerikanischen Stadt Salt Lake City wurde ein geschützter Radweg erstellt. Dazu kamen weitere Maßnahmen, wie verbesserte Fussgänger-Übergänge, farbliche Gehwege, große Beete mit Pflanzen, etc. Aufgrund dieses Umbaus der Straße stieg der Umsatz dort um 8,8% – verglichen mit lediglich 7% in anderen Teilen der Stadt.

    Mehr als die Hälfte der Geschäftsleute an der umgebauten Straße befürwortet diesen Umbau im Nachhinein, lediglich 20% finden es nicht so gut. Mehr Infos darüber und Bilder davon gibt es in diesem (englischen) Artikel.

  • Rotterdam: Wärmesensoren an Ampeln

    In Rotterdam wurden Wärmesensoren an Ampeln installiert. Diese erkennen in der Rush-Hour größere Mengen an Radfahrer*innen und bevorzugen diese dann auch bei der Ampel-Schaltung.

    Wie dieser Artikel (Artikel, tot) schreibt, ist dies eine von vielen weitere Maßnahmen, die Holland zur #1 der Fahrrad-Nationen gemacht hat.

  • Trondheim: Fahrrad-Lift

    In der norwegischen Stadt Trondheim wurde bereits 1993 ein Fahrrad-Lift gebaut. Auf einer Strecke von 130m wird damit eine Steigungen von bis zu 18% überbrückt. Laut der zugehörigen Wikipedia-Seite ist es dort bis heute zu keinem einzigen Unfall gekommen. Die Fahrten sind seit dem Umbau 2012/2013 frei. Wenn man nach dem bisherigen Namen „Trampe“ oder der heutigen Bezeichnung „CycloCable“ sucht, findet man einige Berichte darüber im Internet.

    Die Stadt bewirbt es auch als Sehenswürdigkeit auf der Tourismus-Seite und natürlich gibt es Videos darüber.

    In Stuttgart hingegen legt man immer wieder die Hände in den Schoß und meint dann resignierend, dass man „wegen der Berge“ nicht Radfahren könne (was jedoch spätestens seit der Erfindung der Gangschaltung, leichten Alu-Rahmen und natürlich der Elektrifizierung der Fahrräder nur noch Quatsch ist).

  • Karlsruhe: Umbau einer Parkgarage

    Die Stadt Karlsruhe hat den Anspruch, den bisherigen Anteil der Fahrrad-Fahrer*innen am Modal Split von aktuell 25% noch weiter zu steigern, auf mindestens 30%. Um dies zu erreichen, ergreift sie viele Maßnahmen. Eine davon ist der Umbau einer bestehenden Tiefgarage mit 38 Parkplätzen für Autos. Nach dem Umbau standen mehr als 600 Parkplätze für Fahrräder zur Verfügung. Also ein Verhältnis von etwa 16 Fahrrad-Stellplätzen auf dem Platz von einem ehemaligen Auto-Parkplatz. Es gibt auch extra-große Fahrrad-Abstellplätze für Lastenräder oder Räder mit Kinderanhängern.

    In dem Artikel wird erwähnt, dass zusätzlich noch Umkleideräume mit abschließbaren Spinden (z.B. zum Laden von eBike-Akkus) und eine Service-Säule eingerichtet wurden.

  • Hagen: mehr Geld für Radwege

    Die Stadt Hagen wurde beim ADFC Fahrradklimatest im Jahr 2017 letzte Großstadt. Sie haben einen Radverkehrsanteil von lediglich 3%. Daher wurde nun ein Plan erstellt, bei dem in den nächsten zehn Jahren fast 20 Millionen € in Radwege investiert werden sollen. Neue Straßen sollen immer einen eigenen Radweg bekommen und es soll keine kombinierten Rad- & Fußwege mehr geben.

    Im Artikel beim WDR kann man jedoch nicht rausfinden, ob dieses Geld zusätzlich zu bestehenden Radverkehrsposten eingeplant ist oder wie groß das zukünftige Radwege-Netz werden soll. In einem Artikel der WAZ wird der Baudezernent zitiert, dass es „verglichen mit dem, was wir für Straßenbau ausgeben, eine kleine Summe ist“.

  • Ottawa: Radwege-Planer mit zusätzlichen Optionen

    In der kanadischen Hauptstadt Ottawa wurde ein Radrouten-Planer von den Bürgern entwickelt. Das besondere an diesem Tool ist jedoch, dass es hierbei zusätzliche Optionen gibt, bei denen man z.B. den Verkehrsstress der verschiedenen Straßen sehen kann. Die Initiative hat jede Straße in vier Kategorien eingeteilt, womit man Routen „Suitable for Children“ bis hin zu „High Stress“ auswählen kann. Eine andere Karte zeigt alle Stellen der letzten Jahre, wo Unfälle passiert sind. Auch gibt es ein eigene Karte fürs Radfahren im Winter und noch weitere.

    Diese Karten sind auf der Seite von Bike Ottawa zu sehen, sie werden auch von der Initiative Slow Ottawa unterstützt. Sie sind OpenSource und basieren teilweise auf offenen Daten, falls es Stuttgarter*innen gibt, die so etwas mal nachprogrammieren wollen.